Kürzlich begegnete ich einem schönen Gedanken der Philosophin Hannah Arendt, der mir sinnstiftend schien für unser Hilfsprojekt für Waisen- und Flüchtlingskinder im Norden Ugandas.

Mich berührt Arendt’s radikaler Blickwechsel auf das ‚Geborensein’ als Kraftquelle für unser Einstehen für unsere gemeinsame Welt. Wie anders wäre nach der europäischen Katastrophe ein neuer Anfang möglich?

In ihrem Buch «Vita Activa – Vom tätigen Leben» knüpft sie an den Gedanken von Augustinus an: «Damit ein Anfang möglich ist, werden Menschen geboren.» Für Arendt besteht das ‚Wunder’ darin, dass überhaupt Menschen geboren werden und mit jedem neuen Menschen ein Neuanfang entsteht, in dem alle Chancen der Welt enthalten sind.

Ihren Gedanken empfinde ich auch bei Kids of Africa. Jedes Kind – egal wie prekär seine Lebensumstände – ist ein einzigartiges Geschenk, eine Chance, ein Neuanfang. Ein hilfsbedürftiges Kind zu retten, heisst auf eine besondere Art immer auch, die Welt, zumindest den Glauben und die Hoffnung an sie, zu retten. Darum geht es auch seit fünfzehn Jahren, jedes Jahr, bei Kids of Africa.

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Dass wir Vertrauen haben für die Welt hoffen dürfen, ist vielleicht nirgends schöner ausgedrückt als in den Worten, mit denen die Weihnachtsoratorien die frohe Botschaft verkünden: ‚Uns ist ein Kind geboren’.

Mit diesem beflügelnden Gedanken bedanke ich mich bei Ihnen – besonders im Namen mehrerer hundert hilfsbedürftiger Kinder und -Familien, die heute auch mit Kids of Africa Weihnachten feiern – in Bwerenga, in Nkosi Island, in Alebtong, in Luwero und an vielen anderen Orten.