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Ein Brief aus Uganda

Liebe Freunde

Eine unserer ältesten Schützlinge, Aisha, die seit elf Jahren bei Kids of Africa lebt, schickte mir kürzlich einen persönlichen Brief. Darin schreibt sie über ihre Schulfreundin Brenda und wie sie die Aufnahme in unserer Kids Pioneers-Schule schaffte. Aisha bat mich, ihren Brief mit Ihnen zu teilen. Vielleicht geht es Ihnen ähnlich: mich hat das Schreiben doppelt berührt. Ich füge es handschriftlichen, weiter unten, bei, übersetze es im Folgenden auch noch. Das Schreiben von Aisha berührte mich doppelt.

Erstens, weil Aisha in aller Ruhe – und deshalb so eindringlich – die eigentlich erschütternde Biografie ihrer besten Freundin schildert. In gewisser Weise steht sie für viele. Aber genau deshalb kann Ihre Hilfe die Welt verändern! Denn mindestens 30 Prozent unserer Schüler/innen kommen aus solchen Verhältnissen. Es ist unser erklärtes Ziel, mit unseren Schul-Einnahmen jedes Jahr ein Drittel unserer Klassen für talentierte aber mittellose Schüler/innen zu reservieren, denen wir ein Vollzeit-Stipendium gewähren. Dies ist alles Teil der Nachhaltigkeit unserer Schule.

Zweitens berührt mich die tiefe Freundschaft zwischen Aisha und Brenda. Und die Klarheit, mit welcher dies hier zu Papier kommt. Lesen Sie ihre Zeilen selbst. Sie mögen zeigen, warum wir an jeden unserer Schützlinge ganz fest glauben! Ich danke Ihnen sehr – auch im Namen von Brenda und Aisha – für Ihre unendlich wertvolle Hilfe dabei!

Mit den besten Wünschen
Ihr Burkhard Varnholt

Die Geschichte von Brenda, meiner Freundin aus der Kids Pioneer School

Mein Name ist Aisha Namuhooya. Ich bin siebzehn Jahre, eines der ältesten Mädchen im Kids of Africa-Dorf. Dort lebe ich, seit über elf Jahren, gemeinsam mit meiner Schwester Amina. In den letzten Jahren besuchte ich die Kids Pioneers School, wo auch meine Freundin Brenda lebt und studiert. Obwohl ich heute in einer Sekundarschule lebe, will ich über sie und über mich etwas schreiben.

Download des originalen Briefes:

Bevor ich zu Kids of Africa kam, wurde ich von einer alleinerziehenden Mutter erzogen, die nichts für mich und meine große Schwester zur Verfügung stellte. Unsere schlechten Tage wurden schlimmer als unsere Mutter uns zur Heirat verkaufen wollte. Wir waren nicht mehr als ein Kilo Zucker oder ein Stück Seife – was sie dringender brauchte als mich oder meine Schwester. Doch dann nahm unser Schicksal eine gute Wende. Kurz vor unserem Verkauf entdeckte uns eine Sozialarbeiterin des Staates. Sie brachte uns zu Kids of Africa. Und dort fanden wir auf eigene Beine. Heute glaube ich, dass wir verantwortungsbewusste und auch ehrgeizige Bürger unseres schönen Landes sind. Wir haben große Träume. Mein Traum ist, Journalistin zu werden. Deshalb will ich Ihnen heute die Geschichte einer ganz besonderen Freundin von mir erzählen. Es ist die Geschichte meiner Freundin Brenda.

Brenda und Ihr Vater

Brenda wurde in ein Fischerdorf geboren, das Mukuba genannt wird. Es ist eine Siedlung örtlicher Fischer, die sich jeden Morgen auf den Weg machen, um abends mit Fisch zum Verkauf zurückzukehren. So unterstützen die meisten von ihnen ihre Familien. Unter ihnen war auch Brenda‘s Vater. Er ist im Volksmund als „Kamalimali“ bekannt. Ganz alleine kümmert er sich um Brenda, sein schönes Baby. Denn ihre Mutter verschied bei der Geburt. Und wie jeder Vater wünschte Kamalimali seiner Tochter nur das Beste. Er arbeitete hart, um für sie und für ihn über die Runden zu kommen. Aber das bedeutete, dass er täglich aufs Wasser musste, während die kleine Brenda am Seeufer zurückblieb.  Aber als die Fische knapp wurden, suchte er nach einem besseren Job. Er fing an, die Grubenlatrinen anderer Leute zu graben. Zumindest konnte er, während er diese sehr großen Löcher grub, seine Brenda in der Nähe sitzen lassen und sie konnte ihn beobachten. Mit der Zeit wuchs Brenda zu einem Mädchen. Sie musste den Kindergarten besuchen. Aber wie? Für einen so armen Vater war das unmöglich. Also suchte sie nach einem besser bezahlten Job. Er begann als Totengräber. Für eine Zeit brachte ihm das genug Geld, um Brenda‘s Kindergarten zu bezahlen. Doch die Frage blieb noch, wie geht es weiter? Denn für Schulgebühren für seine wundervolle Tochter reichte auch diese Arbeit nicht aus. Während gute Nachbarn seiner Brenda beim Essen halfen, reichte das Geld unmöglich für eine Schule.

Brenda

Erinnern Sie sich an meine Geschichte über das Schicksal? Ja – ich denke, das Gleiche passierte auch Brenda. Denn eines guten Tages hörte ihr Vater von der Kids Pioneers Schule. Dort wurde Brenda aufgenommen – auf Kosten von Kids of Africa…. Meine Freundin Brenda heißt mit vollem Namen Nankumba Brenda. Sie studiert, schläft und isst in der Kids Pioneers School. Sie möchte noch viel lernen, Anwältin werden. Um, eines guten Tages, ihren lieben Vater zu unterstützen. Der stets für sie da war und für den sie in Zukunft auch da sein will.

Von Aisha

2019-04-02T14:32:51+02:002. April 2019|