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Woche 1 in Quarantäne

Mit Verantwortung durch die Krise

Liebe Freunde

Die erste Woche Quarantäne war für Kids of Africa mit enormen Herausforderungen verbunden. Das Dorf ist nun geschlossen. Die Lage in Uganda ist prekär. Doch unsere Schützlinge ziehen alle am selben Strick. Ihre Solidarität ist hoch, die Stimmung positiv – und wir begrüssten drei neue Schützlinge. Ein Kurzbericht.

Unter Quarantäne

Uganda hat eine vierwöchige, nationale Ausgangssperre erlassen und setzt diese mit drakonischen Massnahmen um. Kids of Africa hat seit letztem Wochenende seine Tore vollständig geschlossen. Wir stehen unter Quarantäne. Ausser mit staatlicher Bewilligung kommt niemand mehr ins Dorf herein, noch heraus. Die meisten unserer Angestellten wurden, gemäss staatlicher Verordnungen, nach Hause geschickt. Doch gleichzeitig leben bei uns seit letzter Woche mehr Babies, Kinder und Jugendliche denn je zuvor. Insgesamt sind wir nun eine Schar von etwa 170 Personen, 10 Schweine und 2 Hunde, von der niemand für den kommenden Monat das Dorf verlassen wird.

Wir haben aus diesem Grund am letzten Samstag 

  • Notfall-Pläne, 
  • Quarantäne-Pläne, 
  • Schulpläne, 
  • Ernährungspläne, 
  • Arbeitspläne, 
  • Fitness- und Aktivitäten-Pläne
  • Verantwortungs-Listen 
  • Wach-Pläne erstellt.

Es gibt vieles zu bedenken, wenn man sich für einen Monat mit circa 170 Personen in Selbst-Quarantäne einschliesst. Am Sonntag haben wir die Massnahmen mit allen Schützlingen in unterschiedlichen Altersgruppen besprochen und eingeleitet. Gleichentags nutzten wir noch die letzte Gelegenheit, um einen Teil unserer Mais- und Maniok-Ernte auf unserer extern vom Dorf gelegenen Anbaufläche einzuholen. Glücklicherweise ist die Regensaison gerade vorbei und ein Teil der Früchte liess sich bereits ernten. Unsere kleinere Farm, welche innerhalb des Dorfes liegt, sollte, soweit das Wetter mitspielt, unsere Selbstversorgung mit reduzierten Portionen ermöglichen. 

Drei neue Schützlinge

Sodann die Geschwister Isaia (3 Jahre) und Isma (5 Jahre) wurden in mangelernährtem und misshandeltem Zustand von der Polizei gerettet. Ihr alleinerziehender, leiblicher Vater wurde von den Behörden als Gefahr seine Kinder taxiert. Den Kindern geht es den Umständen entsprechend gut. Heute morgen sind sie bereits beim Morgenlauf mit den anderen Kindern mitgelaufen.

Arbeit im Dorf

Die ältesten Schützlinge, welche aus ihren Sekundarschulen zurückgekehrt sind, übernehmen einen grossen Teil der Arbeit mit einem kleinen, verbleibenden Personalstamm. Sie arbeiten in unserer Farm, mähen den Rasen, übernehmen Wach- und Wartungs-Aufgaben, arbeiten in der Küche und werden zudem so gut es geht schulisch unterstützt. Die jüngeren Kinder beteiligen sich daran entsprechend ihren Möglichkeiten. Wir haben auf unserem kleinen Grundstück eine Laufstrecke designiert, damit alle Kinder am Morgen Frühsport betreiben können. Auch Fussball, Leichtathletik und andere Sportarten sind Bestandteil des Fitness-Programms.

Sodann die Geschwister Isaia (3 Jahre) und Isma (5 Jahre) wurden in mangelernährtem und misshandeltem Zustand von der Polizei gerettet. Ihr alleinerziehender, leiblicher Vater wurde von den Behörden als Gefahr für seine Kinder taxiert. Den Kindern geht es den Umständen entsprechend gut. Heute morgen sind sie bereits beim Morgenlauf mit den anderen Kindern mitgelaufen.

Gesundheitliches

Aktuell wissen wir von keiner Corona-Infektion in Kids of Africa. Allerdings verfügen wir über keine eigenen Testmöglichkeiten – wie auch sonst wohl niemand in Uganda. Hoffentlich trügt der Eindruck nicht. Denn bei uns leben einige Schützlinge mit Immunschwächen wie HIV oder Malaria, für die wir jedoch medizinisch adäquat ausgerüstet sind.

Im Grossen und Ganzen verlief die erste Woche unter Quarantäne geordnet, ruhig und ohne grössere Zwischenfälle. Doch die Lage im Land ist angespannt. Unsere Ressourcenplanung hat wenig Spielraum für Unvorhergesehenes. Aber wir werden jeden Tag unser Bestes tun. Damit unsere Schützlinge gesund und sicher aus dieser schwierigen Zeit, in der wir mehr denn je gefordert sind, hervorgehen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Herzliche Grüsse,

Ihr Burkhard Varnholt

2020-04-09T09:20:10+02:0027. März 2020|