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Woche 5 in Quarantäne

Liebe Freunde

Die Lockdowns in Afrika dauern an. Ihr Preis ist exorbitant, die Nebenwirkungen – eine gefährliche Dunkelziffer von Armut, Mangelernährung und sozialen Spannungen – eskalieren. Was bedeutet es, wenn 160 Schützlinge im Kids of Africa-Kinderdorf auf geradezu vorbildliche Weise an der ungeahnten Herausforderung wachsen und reifen? Eine Reflektion. Und: Bilder der fünften Woche in Isolation.

Was die Isolation mit uns macht

Mittlerweile erleben unsere Schützlinge die fünfte Woche in Isolation. Aber sie sind nicht allein. Im Gegenteil. Die bereits seit fünf Wochen andauernde Situation mobilisiert sowohl ein «Wir»- als auch ein «Wir schaffen das»-Gefühl unter den Kindern und Jugendlichen. Sie alle mussten plötzlich mehr Verantwortung übernehmen. Die Grösseren schauen zu den Jüngeren, die Starken zu den Schwachen.

Was anfangs noch unverstanden war, ist nun allen klar. Jedes Kind erlebt, was es heisst, eine grosse Familie täglich zu ernähren; warum es wichtig ist, ein gutes Beispiel für Solidarität und Familiensinn zu setzen. Und noch mehr: es ist ja nicht nur eine Familie, sondern es sind an die 170 Bewohner/innen unseres Dorfes, die seit Wochen hinter einem Zaun von dem leben, was unser Boden hergibt. Da müssen täglich Wartungsarbeiten, beispielsweise für unsere Wasser- und Abwasser-Infrastruktur und vieles mehr, gemacht werden. Sie alle wachsen an dieser Aufgabe.

Glücklicherweise sind sie bisher von Covid-Infektionen ebenso wie von Lagerkoller verschont. Und es ist ein ganz grosses Glück, dass unsere lebenserfahrenen Direktoren einen strukturierten Tagesablauf für das ganze Dorf pflegen. So kann die emotionale Balance gewahrt werden. Damit unsere Schützlinge eines guten Tages im Rückblick auf dieses Kapitel ihres Lebens mehr Gutes als Schlechtes darin sehen werden.

Was Kids of Africa für die Welt in Uganda bedeutet

Eigentlich geht es unseren Schützlingen ja gut. Sehr gut sogar, vergleicht man ihr Leben mit dem von Strassenkindern in den Slums von Kampala. Diese Beobachtung löst immer auch eine kritische Frage aus. Ist «sehr gut» vielleicht «zu gut»? Tun wir zu wenig gegen die Not, die wir in Ugandas überfüllten Slums nur zu gut kennen? Hätten wir noch mehr Schützlinge aufnehmen können, bevor die Isolation kam? Vielleicht. Aber wir müssen auch unsere Aufgabe und Rolle in Ugandas Gesellschaft richtig kennen. Kids of Africa ist keine Nothilfe-Organisation, wie beispielsweise das Rote Kreuz. Unsere Rolle entspricht der einer Familie. Beziehungsweise, wir unterhalten ein Dorf für Pflege-Familien, in dem schutzlose, hilfsbedürftige Kinder eine langfristige, dauerhafte Heimat finden. Bei uns ist alles auf Langfristigkeit, Nachhaltigkeit und auf geduldige, dauerhafte Entwicklung hin orientiert. Diese Ausrichtung limitiert unsere Reichweite in Krisen, aber sie verdoppelt unseren Einfluss auf Dauer. Anders gesagt: wir verändern nicht die Welt. Aber für unsere Schützlinge bedeuten wir die Welt. Das ist unser Beitrag, damit sie, eines guten Tages, die Welt ihrer Generation verbessern können.

Zu diesem Zweck betreiben wir neben dem Kinderdorf vier sehr praktisch-orientierte Schulen. Wir vermitteln Bildung für Jung und Alt. Damit schaffen wir auch Jobs, hinter denen wiederum andere Familien und Impulse für gesellschaftliche Entwicklung stehen. Für diese, auf Langfristigkeit ausgerichtete Aufgabe ist unser idyllisches, knapp 20-jähriges Dorf kein Luxus, sondern ein Geschenk für Gesundheit, ausgeglichene Ernährung und Geborgenheit. Kurzum: auch wenn Unterstützung für Kids of Africa weder die Welt verändert, noch Krisenhilfe im grossen Stil bieten kann, so ist es für unsere Schützlinge die ganze Welt. Anders gesagt: eine Spende an Kids of Africa oder das Rote Kreuz sollte kein Entweder-Oder, sondern – hoffentlich – ein «Sowohl als auch» sein können. Und wer weiss: vielleicht wird ja eines Tages ein Schützling von uns die Welt verändern? Wir, auf jeden Fall, glauben an jeden Einzelnen, von unseren Schützlingen! Und jede Unterstützung kommt ihnen immer direkt zugute.

Die Champions League lebt!

Erfolg gebiert Erfolg. Die Champions League unserer Schützlinge ist ein Bestseller. Sehen Sie hier die jüngsten Plakatwände und die wachsende Anzahl Teams. Alle Teams sind übrigens nach Buben und Mädchen gemischt. Abbas, unser Ältester, waltet als strenger und fairer Schiedsrichter.

Ein Schwein!

Daniel, unser langjähriger Buchhalter, der während des Lockdowns bei seiner Familie auf dem Land lebt, spende den Schützlingen von Kids of Africa diese Woche ein Schwein. Es war die zweite Ausnahme, wo jemand von aussen während fünf Wochen das Dorf betritt. Wir danken ihm dafür!

Herzliche Grüsse
Ihr Burkahrd Varnholt

2020-04-24T14:30:11+02:0024. April 2020|