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Woche 6 in Quarantäne

Liebe Freunde

In Afrika’s überwiegend junger Bevölkerung übersteigt der Kollateralschaden der Lockdowns – z.B. mehr Fälle unbehandelter Malaria, Darmerkrankungen oder Tuberkulose – jene der Epidemie selbst. Viele Betroffene haben Angst vor, oder kein Geld für den Arztbesuch. Gerade heute ist für Randständige Hilfe zur nachhaltigen Selbsthilfe so wichtig.
Deshalb will ich einige Hilfsprojekte beschreiben, welche wir – auch heute – ausserhalb unseres Kinderdorfes betreiben. Sie machen einen grossen Unterschied für gefährdete Kinder und für fragile Familien. Klar, das verändert nicht die Welt. Aber es bedeutet die Welt für kleine Stimmen, die Grosses erleben.
Ein etwas längerer Bericht – und Bilder von der sechsten Woche Dorf-Isolation.

Hilfe zur Selbsthilfe

Eigentlich ist die Idee einfach. Wir helfen, damit sich andere Menschen nachhaltig selbst helfen können.

An verschiedenen Orten Ugandas stärken wir Kinder und Familien. Wir bilden, setzen uns für Gesundheitsvorsorge ein, für sauberes Wasser, für Malaria-Prävention, für einen gesunden Lebensstil, gegen Ausbeutung, für gute Jobs und für nachhaltige Landwirtschaft. Und: wir fördern ein adäquates und stabiles Umfeld in Familien. Wir arbeiten dafür, dass der Schulweg gleichzeitig der Weg aus der Armut ist.

Dabei beschränkt sich unsere Arbeit keineswegs auf unser kleines Dorf. Denn «Niemand ist eine Insel», schrieb John Donne in seinem grossartigen Gedicht. «Reaching-out» ist wichtiger Bestandteil von Kids of Africa. Ich will einige dieser Aktivitäten erwähnen, weil sie in meinen letzten Dorfberichten nicht auftauchten, aber gleichwohl heute ganz besonders zählen.

Während der Ausgangssperre haben unsere daheim verbliebenen Angestellten viel Spontanes unternommen, um die Widerstandsfähigkeit in ihrem Umfeld zu stärken. Es macht schon einen grossen Unterschied, dass sie -selbstverständlich – auch jetzt ihren Lohn erhalten und mit Verwandten teilen können. Aber natürlich auch, dass sie, gemeinsam mit Kids of Africa, in ihrer, zumeist dörflichen Heimat, mit vielen kleinen Projekten Hilfe zur Selbsthilfe bieten können.

Auf der kleinen Insel Nkosi, wo einige Tausend Menschen auf engstem Raum zusammenleben, wirken aktuell unsere drei treuen Angestellten Charles, Medi und Waidha. Sie waren vor Jahren schon massgeblich am Bau und Betrieb der Insel-Schule beteiligt. Heute bildet sie das einzige (!) öffentliche Gebäude mit Rasenplatz auf der ganzen Insel. Die drei leisten dort anstatt Unterricht nun Unterstützungsarbeit – mit anderen Mitgliedern der Inselbevölkerung. Auch hier geht es tagtäglich um Hilfe zur Selbsthilfe: Nachbarschaftshilfe, Gemeinsinn, Organisatorisches. Viele Dinge, die das Leben der Kleinsten und Schwächsten besonders entlasten.

In der von uns in Alebtong (Bild oben) erbauten Schule findet zwar aktuell kein Unterricht statt. Aber viele schwache Kinder, Jugendliche und Eltern finden dort Betreuung, Hilfe – und, wenn nötig, auch ein Dach über dem Kopf. Das war nie wichtiger als jetzt. Denn in vielen Familien sind am Rande ihrer Möglichkeiten. Auch hier geht es um Hilfe zur Selbsthilfe, um Eltern-Unterstützung, um Organisation von gemeinschaftlicher Selbsthilfe.

Die von uns, im Auftrag des Rotary-Club Malta, in Kanjuki/Luwero errichtete Schule hätte eigentlich vor zwei Wochen eröffnet werden sollen. Das wurde verschoben. Doch auch sie steht nicht leer. Ähnlich wie in Alebtong helfen auch hier Mitarbeiter, engagierte Eltern und Freiwillige den schwächeren, hilfsbedürftigen Menschen, von denen es in dieser armen, marginalisierten Gemeinde viele gibt.

Im Hochland von Buhweju (Bild oben) begannen wir mit deutschen Architektur-Studenten den Bau einer Berufsschule für Gastwirtschaft, eingebettet in eine von uns betriebene Forstfarm. Der von uns gepflanzte Wald wird nicht nur die Bodenerosion begrenzen und dem Klima dienen, sondern auch praktische Berufe vermitteln. Doch die deutschen Studenten mussten Uganda Hals über Kopf verlassen. Deshalb arbeiten wir aktuell mit der erlaubten Anzahl lokaler Arbeiter weiter. Sie sind darauf angewiesen, gerade jetzt ihr Einkommen nicht zu verlieren. Und bald wird hier Berufsbildung betrieben und nachhaltige Waldwirtschaft Menschen eine Persp geben.

Alltagsarbeit – alles ausser grau!

Wir wissen es: der Krise wohnt irgendwie auch ein versteckter Segen inne. Wir wachsen zusammen. Wir entdecken Potenziale und erleben viel Solidarität und Wertschätzung. Schauen Sie, wie sich unsere Kinder täglich geschickt betätigen. Da ist viel Gutes geschehen!

Fleissige Farmarbeit – weil Stillstand Rückstand wäre

Auch unser erfahrener Direktor, Tage Budolfsen, macht dieselbe Arbeit wie die Kinder.

Neue, farbige Tische!
Gemeinsam schufen einige Kids eine Vielzahl neuer Tischer – die Farbgestaltung war ihnen selbst freigestellt!

Tanz und Musik gehören in Afrika immer zum Leben!
Bild von den Kindern beim Proben ihrer Tanz-Vorführungen vor unserem Community Haus

Backen macht glücklich!
Besonders unsere Mädchen lieben es, zu backen. Und weil Zucker im tropischen Klima Afrikas gut gedeiht und beliebt ist, backen sie zweimal pro Woche Süssgebäck für all die anderen, die körperlich in Farm oder Werkstatt arbeiten.

Unsere Kinder schreiben – eine Vorschau!
Viele unserer Schützlinge schreiben viel und gerne. Auch ohne Anleitung. Diese Woche verfasste Aisha einen persönlichen Bericht über ihr Leben in Isolation. Sie sehen das handschriftliche Manuskript. Nächste Woche sende ich Ihnen die Abschrift in Druckbuchstaben.

Herzliche Grüsse
Ihr Burkhard Varnholt

Wir danken im Namen vieler kleiner Stimmen für die grosse Unterstützung.
It means the world!

2020-05-20T08:10:11+02:001. Mai 2020|