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Woche 9 in Quarantäne

Liebe Freunde

Widrige Umstände stärken uns. Davon sprach William Henley (1849-1903) im berühmten Gedicht «Invictus», welches Nelson Mandela täglich rezitierte: «I am the master of my fate – I am the captain of my soul». Nach bald 10 Wochen Isolation lernen auch unsere Schützlinge, dass ihre Kraft, ihr Durchhaltevermögen, ihr Charisma von innen kommen. Es ist eine grosse Lebens-Lehre. Diese Woche erhielt ich einen Brief von Lilian (15) über die Zeit in Isolation. Sie finden ihn – mit weiteren Grussbotschaften unserer Schützlinge, sowie dem lang erwarteten Schlussstand der Champions League, im heutigen Brief.

Gleichzeitig bringt ein Jahrhundert-Hochwasser am Victoriasee über eine Million Menschen in Not. Ein Kurzbericht aus Woche 10 in Isolation und eine kurze TV-Reportage.

Ein Brief von Lilian (15)

Diese Woche schrieb mir Lilian (15).

Ich habe Ihnen ein übersetztes Transkript hier publiziert. Lesen Sie es – denn der Bericht ist für Sie verfasst. Lilian ist ein feinsinniges, kluges und verantwortungsbewusstes Mädchen. Sie hilft, packt an wo immer sie kann. Und alles, was sie tut, es geschieht mit einem Lächeln. Ich erinnere mich, dass dieses gewinnende Lächeln sie schon als Kleinkind besonders auszeichnete. Schauen Sie, wie sie, gemeinsam mit Jüngeren Schützlingen, für alle Sieger, Spieler/innen und Fans der Champions League (dazu unten mehr), gestern buk. Ein Bild sagt mehr als viele Worte.

Grüsse von weiteren Schützlingen

Diese Woche erhielt ich viele Bilder und Grussbotschaften. Zu viel zum Abbilden – aber ich will Ihnen einige zeigen und zitieren. Sie alle verbindet eine Gemeinsamkeit: der grosse Dank für Ihre Solidarität! It means the world!

Ian hat sich für Sie speziell gut gekleidet. Damit will er Ihnen seinen Dank und Wertschätzung zeigen.

Und er hat ein Gedicht für Sie zitiert, dass in Afrika sehr bekannt ist. «Invictus» («Unbezwungen») von William Henley. Nelson Mandela, Afrika’s Jahrhundert-Figur rezitierte es nach eigenen Aussagen täglich während seiner Zeit in Bedrängnis. William Henley verfasste das Gedicht im jungen Alter von nur 12 Jahren als ihm, 1861, wegen einer starken Arthrose beide Beine amputiert wurden. Er spricht von der inneren Kraft, die uns über uns hinauswachsen lässt. Es ist zeitlos und aktuell zugleich. Hier nur der letzte Vers:

Invictus
«It matters not how strait the gate
How charged with punishment the scroll
I am the master of my fate
I am the captain of my soul.»

Unbezwungen
«Egal, wie schmal das Tor, wie gross,
wieviel Bestrafung ich auch zähl.
Ich bin der Meister meines Los.
Ich bin der Käpt’n meiner Seel.»

Linnet, Benjamin und Medi organisierten diese Woche die Finals der Kids of Africa-Champions League. Ihnen und allen weiteren, jungen Organisatoren gehört meine uneingeschränkte Bewunderung.

Mit Organisationsgeschick, Freude und Kreativität schufen sie über Wochen ein Turnier, das verbindet. Und sie schrieben mir, dass die Finals ganz besonders Ihnen, liebe Freunde von Kids of Africa, zum Dank gewidmet sind!

Sehen Sie sie und einige Schnappschüsse vom Feld und der folgenden Siegerehrung, für die sie alte Medaillen und Pokale aus allen Häusern sammelten und umwidmeten. Dass alle Mannschaften gemischt aus Buben und Mädchen bestehen, ist ein schöner Unterschied zur europäischen Champions-League. Dass das spielerische Niveau in Afrika natürlich höher ist, muss ich ja kaum erwähnen :-).

Schauen Sie selbst, wie das Glück unseren Spielern ins Gesicht geschrieben steht!

Handwerk, Arbeit und Erholen – ein guter Kreislauf

Dorte und Tage, unsere nationalen Direktoren, legen Wert auf Recycling. So leitete Dorte, am letzten Sonntag, interessierte Schützlinge an, aus bereits Gebrauchtem Neues zu gestalten. Und so entstanden aus alten Milchtüten neue, dauerhafte Schulsäcke. Und aus Bettlaken entstanden neue Gardinen.

Schön, wenn Kreativität und gutes Handwerk nachhaltige Werte schaffen.

Manche Bilder wiederholen sich, doch genau das ist das Leben in Isolation. Kinder beim Gärtnern in unserer Farm. Sie ernährte in den letzten zehn Wochen über 100 Menschen mit frischem und organisch angebautem Gemüse. Kinder beim Lesen, Spielen und Lernen. Und nicht zuletzt: der schöne Moment, wenn das Tagewerk erbracht und der gemeinsame Feierabend genossen wird. Wenn es nicht regnet, geniessen unsere Schützlinge dann am liebsten ein Lagerfeuer, an dem sie Schlangenbrot auf Stöcken geniessen. 


Ein grosser Dank

Last but not least, will ich den grossen Dank wiederholen an die herausragende Leitung des Kinderdorfes durch unsere zwei Direktoren, Dorte und Tage Budolfsen. In allen Briefen, die ich von Kindern erhalte, lese ich davon und ich weiss es aus eigener Anschauung. Aber es ist immer Teamwork. Kids of Africa hat wunderbare, treue und hart-arbeitende Mitarbeitende, hat viele Freunde nah und fern. Ihnen allen gehört grosser Dank.

Eine Reportage vom Hochwasser in Uganda

Und schliesslich finden Sie eine aktuelle, dreiminütige Fernseh-Reportage über die Not, welche das Jahrhundert-Hochwasser für Uganda bedeute – gerade in Covid-Zeiten.

Herzliche Grüsse
Ihr Burkhard Varnholt

2020-05-20T13:12:59+02:0022. Mai 2020|