Von Kenia nach Uganda – 600 Kilometer im Velosattel! 🚴♂️ 🚴♂️ 🚴♂️

Liebe Freunde
Im Velosattel ist eine kleine Schar unserer Jüngsten ins neue Jahr gestartet. Für sie war es ein unvergessliches Abenteuer und Meilenstein ihrer Entwicklung. Mir liess es das Herz höherschlagen. Ein illustrierter Kurzbericht.
Von der Idee zum Abenteuer
Velofahren ist in Afrika kein Breitensport. Die meisten Strassen sind schlecht, gefährlich, und oft gilt das Recht des Stärkeren. Das sind eigentlich keine guten Voraussetzungen. Und doch: junge Männer suchen Abenteuer und unser Esbern Budolfsen wollte es genauer wissen. Er warf die Idee in die Runde, mit Schlafsack und Zelt auf entlegenen Routen von Kenia nach Uganda zu radeln.


Rasch hatte sich eine Gruppe von zehn Interessenten gebildet. Der Plan: per Bus in zwei bis drei Tagen von Uganda nach Kenia reisen. Dort sollten zehn gebrauchte Tourenvelos mit Gepäckträgern gekauft werden. Es wurden Strassenkarten studiert, Routenvarianten diskutiert, Vorbereitungen getroffen.

Nach einigen Tagen sassen sie mit ihren Schlafsäcken und Zelten in kleinen öffentlichen Bussen. Unterwegs in Kenia campierten sie bei befreundeten Leichtathletik-Vereinen, trainierten eines Morgens mit einigen der besten Langstrecken-Läufer der Welt.


Schliesslich erreichten Sie ihren Startort in Kenia, wo die gebrauchten Velos inspiziert, getestet und übernommen wurden. Insgesamt rund 600 Kilometer Distanz und 7’000 Höhenmeter galt es zu überwinden.


Doch, was in der Schweiz dank perfekter Infrastruktur nicht schreckt, enthält in Ostafrika formidable Herausforderungen. Zu einfachen Reifenpannen, gefährlicheren Brems-Versagen, Gepäck, Regen, Schlamm gesellten sich chaotischer Verkehr, steile Anstiege, Hitze, und korrupte Verkehrspolizisten.



Nach sieben kräftezehrenden Tagen mit durchschnittlich 16 Stunden Fahrtzeit pro Tag, Momenten der Erschöpfung gefolgt von grandiosen Aussichten mündete das Abenteuer im feierlichen Empfang, daheim im Kids of Africa Kinderdorf.


«Yes we can!»
Alle unsere jüngeren Kids warteten gespannt auf die angekündigte Rückkehr der jungen Abenteurer. Die strahlenden Gesichter der Heimkehrer waren für sie ebenso bewegend wie für die Radfahrer selbst. Sie wurden zu Inspiration und Vorbildern.

Die Heimkehrer wiederum blickten stolz auf eine unvergessliche Erfahrung zurück. Leistungsbereitschaft, Kameradschaft und Abenteuer gingen Hand in Hand mit dem Mut, vermeintliche Grenzen zu verschieben.

Die Schnappschüsse, Ronalds tabellarisches Tagesprotokoll (PDF) sowie der Hinweis, dass die nächste Gruppe bereits zur abgelegenen Forstfarm in den Bergen aufgebrochen ist, veranschaulichen den Erfolg dieses Ausflugs.


Zum Schluss ein persönlicher Gedanke. Erlebnisse wie dieses sind für junge Menschen von grosser Bedeutung. Es wäre falsch, sie als Ferienausflug zu betrachten. Die Jugendlichen waren auf sich selbst gestellt und mussten täglich unerwartete Herausforderungen meistern.

Pannen, Verkehr, Landesgrenzen, Korruption und zwei Unfälle forderten sie heraus. Noch wichtiger waren die inneren Prüfungen. Weitermachen statt aufgeben, Verantwortung übernehmen, Disziplin und Sicherheit bewahren. Daran reifen sie. From boys to men.


Ich bin stolz auf sie alle. Sie sind Leuchttürme der Hoffnung, für Afrika, für unsere jüngeren Schützlinge und auch für mich.
Ich wünsche Ihnen einen erhebenden Sonntag und sende Ihnen dankbare Grüsse
Stets Ihr
Burkhard Varnholt
PS: Selbst im Velosattel gibt es in Ostafrika schnellere. Ein kenianischer Läufer zieht locker an unserer Gruppe vorbei. Ein Moment zum Schmunzeln und ein schöner Beweis dafür, wie selbstverständlich Ausdauer hier gelebt wird.


